Montag, 13. Januar 2014

Mein" Formlos-Beitrag " #1


Es ist eine Sucht.
Für mich eine positive...die, trotzdem fast zwanghafte Teilnahme, an Aktionen hier in den verschiedensten Blogs teilzunehmen.
Immer wieder entdecke ich beim stöbern in fremden oder auch bekannten Blog´s eine neue Herausforderung.
Diesmal bin ich bei  Brigitte Wullenweber  auf diese  Aktion gestoßen.

Sofort bekommt meine Fantasie Flügel...
Ich liebe es einfach zu schreiben, so von der Leber weg zu reden, meinen Gedanken schriftlich Raum zu geben.
So  schreibe ich seit meinem 6. Lebensjahr kontinuierlich Tagebücher.
Alle sind noch da und schlummer in einem großen Karton vor sich hin.
Immer einmal werfe ich einen Blick hinein und bin jedesmal neu fasziniert... hier schlummern also 58 Jahre, fast mein gesamtes Leben.
Die ersten Tagebücher sind feste, kleine Büchlein, mit einem Schloss versehen, als Mädchen war man lieber "verschlossen "gegenüber dem  familiären Umfeld.
Ein Schlüssel, versteckt im Nachtkästchen, das vermittelte Sicherheit und gab auch das Gefühl von Überlegenheit.
Ja, man kann seine tiefsten und verwegensten Gedanken einem Papier anvertrauen, das den Stellenwert einer engsten Vertrauten besaß.
In de folgenden Jahren füllten die Gedanken Schreibhefte, Ringbücher, manchmal auch Kalenderbücher.
Und ich überleg, was aus diesem meinem Gedankenschatz wohl einmal werden wird, wenn ich nicht mehr bin.
Soll ich ihn vielleicht meinen beiden Töchtern vermachen? Sie wissen, dass ich Tagebuch schreibe und schmunzeln manchmal darüber, wenn ich es in Gesprächen wiedermal erwähne. Ich glaube auch, dass sie daran interessiert wären, eine Mutter kennen zulernen, die nicht nur Mutter sondern auch Mensch war.
Vielleicht erkennen sie sich dann auch in einem oder dem anderen Bericht wieder?
Vielleicht sind sie dann überrascht, sogar entsetzt über die Dinge, die sie dann erfahren werden.
Ist es vielleicht doch besser, auf dem Karton einen dicken Vermerk zu hinterlassen, z.B. so:
Diesen  Karton und seinen Inhalt ungeöffnet nach meinem Tod bitte vernichten !
Ob sie sich daran halten würden?
Im Grunde kann es mir ja dann egal sein. Ich habe niemanden umgebracht, betrogen oder körperlich geschadet.
Von seelischen Schäden will ich hier nicht reden, jeder Mensch verletzt in seinem Leben wohl einen anderen Menschen irgendwann einmal !
Also schreibe ich weiter und überlasse es dem Schicksal, was daraus werden wird...Abfall, oder ein Einblick in ? Lebensjahre eines Kindes, Teenagers, Twens,  Ehefrau,  Mutter, Arbeitnehmerin, Rentnerin und was sonst so noch alles kommen mag !




Kommentare:

  1. Ach wie schön, dass du auch mitmachst, liebe Jutta. Ja. Das sind Fragen, die sich schwer beantworten lassen. Eigentlich haben wir nach dem eigenen Tod nichts mehr mit den Dingen des vergangenen Lebens zu tun und doch wollen wir natürlich alles so gut wie möglich regeln.

    Deine Teilnahme freut mich sehr. Herzlichen Dank für den Link zu meinem Blog. Ich werde gleich die Verlinkung zu deinem Blog "machen".

    Lieben Gruß
    Brigitta

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  2. Wow, so lange schon schreibst Du Tagebücher, finde ich toll! Was für ein Schatz.
    Wäre ich Deine Tochter, würde ich sie unbedingt lesen wollen. Ein schöner Gedanke, die Gedanken meiner Mutter lesen zu können, wenn ich das möchte. Ein Teil von ihr bliebe der Welt, und vor allen Dingen mir, erhalten.

    Liebe Grüße,
    Vera

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön