Sonntag, 23. Februar 2014

Das Sonntagszitat # 2

" Was wir am nötigsten brauchen ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können "
Ralph Waldo Emerson, amerik. Philosoph u. Dichter * 1802-1882 *

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Vielleicht kann man auch die Bedeutung obigen Zitates auch so auslegen, dass man manchmal auch Härte und Unnachgiebigkeit walten lassen muss, wenn man sich einem Menschen gegenüber sieht, der aus Unlust und Desinteresse an Gegebenheiten vorbei schaut, die für ihn von  existenzieller Bedeutung wären.

Denken muss ich in diesem Zusammenhang an die Kinder einer Freundin .
Sie wusste,das  ihre Kinder in der Lage waren lernen zu können.
Aber ab einem gewissen Alter war Schule, Lernen und Disziplin plötzlich out und die bis dahin guten, schulischen Leistungen standen auf der Kippe.
Mit Härte und Unnachgiebigkeit , oft gefolgt von dramatischen Streitereien und familiären Kleinkriegen brachte sie beide Kinder dazu, trotz aller Arten von Verweigerungen, sich durch zu setzten und mit Beharrlichem, manchmal auch mit Verboten, bzw. Drohungen dazu, sie zum lernen zu bewegen.
Beide schafften das Abitur und konnten in guten und für sie befriedigenden Berufen Fuß fassen.

Damals ging ich nicht ganz konform mit den Methoden, die sie anwendete.
Sie schienen mir zu brachial, zu eingreifend in die Persönlichkeit des Kindes. Sollte man nicht akzeptieren, dass es auch Kinder gibt, die eben nicht so dafür geeignet sind für höhere Schulabschlüsse ?
Natürlich sollte man das, aber meine Freundin kannte ihre Kinder sehr gut und sehr genau und sie wusste einfach, dass die Nullbock-Anfälle, bedingt wurden durch Umwelt, falsche Freunde und allgemein herrschende, gesellschaftliche Unlust der Auslöser dazu waren.
Und dass man dies nicht zu akzeptieren hätte.

Später, bei einem runden Geburtstag dieser Freundin wurde mir dies bestätigt durch die Reden der Beiden, die sich wirklich herzlich bei ihrer Mutter bedankten für ihre Unnachgiebigkeit und geduldige Ausdauer sie zum lernen zu zwingen; das zu erreichen, was nun letztendlich ihr Leben ausmacht und sie befriedigend ausleben lässt.

Daher glaube ich mittlerweile, dass es vielleicht doch manchmal nötig ist jemanden zu zu seinem Glück, zu seinen Fähigkeiten, zu zwingen.

Ralph Waldo Emerson hatte vielleicht eine andere Auslegung für sein Zitat, mir kamen eben meine jetzigen Ausführungen so dazu in den Sinn.

Kommentare:

  1. Liebe Jutta,
    das Zitat hört sich etwas hart an, da gebe ich dir Recht. Trotzdem heißt es nicht umsonst: "Manchmal muss man dich zu deinem Glück zwingen" Auch denke ich, dass man als Mutter schon irgendwie weiß, dass manchmal eine gewisse Härte notwendig ist, um den pubertierenden Teenies wieder aufzuzeigen, dass man nur mit Fleiß etwas im Leben erreichen kann.
    LG Sadie

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  2. Liebe Jutta, ich bin ein echter Freund von Zitaten und mir sind viele bekannt, doch das von dir Zitierte kannte ich nicht. Als ich es las, habe ich geschmunzelt, denn ich fand mich darin wieder und meine Nichte. Doch nicht ich war als die Ältere diejenige, die die andere dazu gebracht hat, dass zu tun was sie kann - sondern es war ganz genau anders herum. Ich tat etwas nicht - aus Angst - und sie hat mich immer wieder angeschoben und versucht, mir diese Angst zu nehmen. Dieses Zitat werde ich mir merken - Danke dafür! Martina

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  3. Hallo Jutta,
    nochmal ein schöner Ansatz, Zitate zu nehmen und dann darüber zu schreiben, was Du darüber denkst. Ich selbst bin kein Freund von Härte, das liegt aber auch in meinem Charakter, dass ich andere zu ihrem eigenen Glück nicht zwingen will. Das stelle ich mir aber auch umgekehrt extrem nervenaufreibend vor, ständig diese Zucht-und-Ordnung-Strategie durchzuziehen und permanente Widerstände überwinden zu müssen mit ungewissem Szenario, ob das Ergebnis positiv sein wird. In all diesem psychologischen Kram hatte ich einmal die Begriff "intrinsische Motivation" und "extrinsische Motivation" gelesen. Dort wurde die These aufgestellt, dass bei extrinsischer Motivation - was auf diesen Fall zuträfe - die Erfolge nur kurzfristig sind, wenn die eigene Motivation von innen (=intrinsisch) fehlt. Das geht mir zumindest persönlich so, dass ich Dinge einsehen und verstehen muss. Das dürfte im jugendlichen Alter nicht unbedingt anders sein, da auch in dieser Lebensphase ein Bewußtsein für Erfolge und Mißerfolge entwickelt wird.

    Gruß Dieter

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön