Montag, 3. Februar 2014

Formlos

Die Wartezone vor den verschiedenen Bushaltestellen im Busbahnhof sind voll.
Man steht in ungeordneten Reihen.
Manche so weit vorne am Randstein, dass man glauben könnte, es bestehe das Vorhaben, sich mit selbstmörderischer Absicht sofort vor den Bus zu werfen, wenn er nur denn endlich käme.
Meistens Jugendliche, aber auch ein paar ältere Leutchen, mit Einkaufs-Trolley.
Verbissener Gesichtsausdruck, angespannte Haltung.
Es geht ums Überleben, scheint es.
Man brauche einen Sitzplatz, möglichst gleich neben der Türe, des Ein und Ausstiegs wegen.
Die Anderen, die Jungen, selbst die Erstklässer stehen mit geneigten Köpfen.
Alle blicken auf ihr Handy ...es sind überwiegend Smartphones, niemand gibt sich noch gerne mit einem Nur-Handy ab.
Schließlich ist nur telefonieren out, man simst und surft im Netz.
Immer präsent, immer auf dem neuesten Stand der Aktualität.
Viel persönliches Gespräch kommt hier nicht auf.
Außer hin und wieder bei den Alten, die über die Jungen mosern: "zu meiner Zeit gab´s sowas ja nicht...! "

"Sowas" bietet viele Assoziationen.
Es passt immer.

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Kommentare:

  1. Ein echt schöner Text. Eine Situation wie wir sie alle schon einmal gesehen haben, oberflächlich genau und doch hintergründig beschrieben.

    Ich werde beim nächsten Mal in einer solchen Situation sicher an deine Diagnose der vielleicht selbstmörderischen Absicht der vorne am Rand Stehenden denken. Klasse.

    Ich setze den Link morgen unter meinen nächsten Text!

    lieben Gruß
    Brigitta

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  2. Hallo Jutta,
    ja, so etwas kenne ich, denn in der dunklen Jahreszeit fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Büro (sonst mit dem Fahrrad). Diese Herum-Klimperei auf Smartphones stört mich genauso. Bzw. es macht mich nervös, dass andere solche Wegezeiten ausfüllen, indem sie im Internet surfen, in Facebook etwas posten oder SMSn schreiben. Meine Frau ist aber auch solch ein Typ, dass sie permanenten Kommunikationsbedarf hat und endlos SMSn schreibt. Ich fülle diese Wegezeit lieber mit Lesen aus.

    Gruß Dieter

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  3. Bin ich froh, dass ich mit dem Auto unterwegs bin.
    Aber vor Weihnachten bin ich mal mit der S-Bahn gefahren. Wenn es da nur beim Geklimpere geblieben wäre. Mich stört mehr dieses ständige telefonieren, mit lauter Stimme, so dass man gezwungen ist, zuzuhören. Aus dem Fenster schauen und den eigenen Gedanken nachhängen funktioniert da nicht mehr.

    Liebe Grüße,
    Vera

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön