Donnerstag, 27. Februar 2014

Kurzgeschichte

Der Selbstmörder

Stimmen:
Sein zweites Ich
Der Beobachter

Gedanken eines Fast-Selbstmörders ?


Ein schönes Wort, nein, eigentlich fängt doch so ein Schlager an,...und die Welt geht nicht unter, sie geht nicht unter, sie tut nur so...
und doch geht sie unter, sie geht unter für mich, weil ich es so will.
Und keiner schert sich den Teufel darum
und die Welt, meine Welt geht unter und niemand merkt es.
Da steht er nun und seine Hand spielt mit dem Tod
und ich mit dem Leben,
mit meinem alten Leben.
Ein hässliches Ding, so ein Revolver, und der Tod.
Komisch, ist steh so da, steh so da und weiß, noch ein paar Minütchen und du bist ein toter Mann..eine Leichtigkeit.
Er denkt es ganz laut , ruft es hinaus in die Nacht... kann nicht vielleicht doch ein Wunder geschehen,  eigentlich müsste das doch Einer merken, es sind doch so viele um mich herum,
warum merkt es denn Keiner,
nur ein Einziger...ein Einziger  müsste doch was merken..
Niemand merkt etwas, niemand kommt, ihn zurück zu halten, wer auch !
Mensch, reiß dich doch zusammen, Feige werden auch noch, das hat jetzt gerade noch gefehlt...schließlich hast du es doch satt, du hast doch alles satt, oder...?
Ja und wie satt ich das alles habe, wie überdrüssig mir alles geworden ist,
überdrüssig, jawohl, das ist das richtige Wort dafür...das scheiß Leben ist mir überdrüssig geworden ja, aber warum eigentlich...

Jetzt ist es  angenehm warm geworden, das hässliche Ding, der Revolver in seiner Hand, als wär´s ein Stück von mir, so vertraut schon...
ich brauch nur abzudrücken, diesen kleinen Hebel betätigen und schon hab ich es geschafft...

Vielleicht bist du ja verrückt, um auf so eine Idee zu kommen muss man verrückt sein, oder krank und verzweifelt oder alles zusammen.
Aber du bist weder das Eine, noch das Andere,
Du bist nur gelangweilt, ausgelaugt , müde...aber all das ist kein Grund sich gleich umzubringen.
Das ist feige und verantwortungslos , ich kann mich nur wiederholen, ich weiß es ja !
Eigentlich hätte ich ja die Möglichkeit, noch mal von vorne an zu fangen.
Oh mein Gott, was soll denn diese Gedanke jetzt ??

Ein Neuanfang... wie verführerisch er doch ist, dieser Gedanke.
alles hin schmeißen, was mal war, den ganzen Mist vernichten...und nicht das Leben !
Jawoll, genauso mache ich es, ich fange neu an.
Jetzt, sofort, ich pack das.
Wer sollte mich daran hindern, wer ?
Ich bin frei, ich bin entschlossen...ich bin !

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Dies kleine Geschichte stammt wieder aus meinen Sammelsurium von 1967.
Was mich damals dazu veranlasst hat, dies Zeilen zu schreiben, ich weiß es leider nicht mehr.
Irgend einen Anlass muss es wohl gegeben haben, aber welchen ?
Keine Ahnung, damals hatte ich einen Hang zur Dramatik, das weiß ich allerdings noch .( schmunzel  )

























Kommentare:

  1. Liebe Jutta,
    du hast definitiv einen Hand zur Dramatik, was mich beruhigt ist die Tatsache, dass du von einem Mann geschrieben hast,
    ich denke also es war nicht dein ICH, das dich veranlasst hat diese kleine Geschichte zu schreiben.

    "Die Zukunft ist voller Aufgaben und Hoffnungen."
    Wieso fällt sie dir jetzt ein, oder weshalb hast du sie gelesen?, hast du sie gesucht?
    LG Sadie

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    1. Sie ist mir beim stöbern in die Hände gefallen. sie befand sich in einem alten Ordner mit Kurzgeschichten.
      LG

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  2. Unterschlag uns bloß nicht deine Kurzgeschichten. Die hier ist richtig gut.
    Und das Beste ist der Schluss: Ich bin - Ja, so ist das!
    Danke und liebe Grüße! Martina

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  3. Freut mich außerordentlich, danke dir !
    LG

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  4. Hallo Jutta,
    Selbstmord ist ein schwieriges Thema, für mich unfassbar, wie man sein eigenes Leben so gering schätzt, dass man sich selbst umbringt. Selbst bei Depression, Perspektivlosigkeit oder extremer Verzweiflung kann ich das nicht nachvollziehen. So etwas war auch bei meinen Formlos-Geschichten vorgekommen, dass sich jemand an einer Brücke erhängt hatte und ich war mit dem Fahrrad an dieser Stelle vorbei gekommen. Glücklicherweise hatte ich erst im nachhinein davon in der Zeitung gelesen, Polizei und Feuerwehr waren an dieser Stelle. Das ist ja für die Angehörigen schrecklich. Ganz schrecklich stelle ich mir auch vor, wenn sich jemand vor einen Zug wirft und dann der Lokführer möglicherweise für den Rest seines Lebens keinen Zug mehr fahren kann. Grundsätzlich schön, dass Du über solche nachdenklichen Themen schreibst.

    Gruß Dieter

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön