Sonntag, 30. März 2014

Das Sonntags-Zitat #7


Eure Kinder  nicht EURE Kinder. Es sind die Söhne und Töchter von des Lebens Verlangen nach sich selber. Sie kommen durch euch, doch nicht von euch; und sind sie auch bei euch, so gehören sie euch doch nicht.

Mit wenigen Worten spricht hier der Philosoph   Khalil Gibran    das aus,
was das Verhältnis Eltern-Kinder prägen sollte.
Und wie oft wird diese Feststellung untergraben, ignoriert und abgelehnt.
Wie sehr versuchen doch Eltern ihre Kinder an sich zu binden.
Der Fabrikbesitzer will  unbedingt, dass sein Sohn einmal sein Werk fortführt.
Im günstigstem Falle liegt das auch im Interesse des Sohnes und die Situation bleibt entspannt.
Aber wie oft kommt es vor, dass das Gegenteil eintritt und der Sohn seinen Lebensweg in eine ganz andere Richtung  einschlagen möchte.
Dann wird es problematisch.
Lässt der Elternteil dann nicht los, können fortan Leid und Zerwürfnis die Familienbande zu einem Gefängnis werden lassen.
Im ganz normalen Eltern-Kind-Verhältnis fällt es halt manchmal sehr schwer, die Kinder loszulassen.
 (Ich spreche jetzt von heranwachsenen Teenagern )
Die Eltern stürzen in ein tiefes Loch, wenn die Sprösslinge flügge werden.
Viele können und wollen nicht begreifen, das es wichtig ist, das bisher gemachte Nest zu verlassen und alleine mit  Auf und Ab des Lebens fertig zu werden.
Die Sorge um das seelische und körperliche Wohl ihrer Kinder treibt viele Eltern oft zu einem  übertriebenem Überwachungszwang .
Was das Vertrauen wiederum in die Eltern stark erschüttert kann.
Kinder an der langen Leine laufen lassen ist besser, als sie einzusperren.
Aber Kinder werden auch Erwachsene und dann ist das Loslassen Pflicht.
Ich habe hier schon mal darüber geschrieben.
Unsere Kinder gehören uns nicht.
Aber,
wenn wir Glück haben, dann hat sich im Laufe unserer Erziehung ein Gefühl von Empathie und gegenseitiger Achtung und Zugehörigkeit zu einander entwickelt.
Dann können wir akzeptieren, dass unsere Kinder ein eigenes Leben haben, eigene Wünsche und Vorstellungen.
Dann können wir sie ziehen lassen, in dem Vertrauen darauf, dass es ein Band gibt, dass  uns unzerreißbar mit einander verbindet,
im Verlangen des Lebens nach sich selber.










Kommentare:

  1. Khalil Gibran - seine Zitate mag ich besonders. Ich habe ihn auch schon oft zitiert. Das heute von dir gewählte ich eines meiner liebsten - obwohl oder weil ich mit der Umsetzung und dem Loslassen unserer Tochter große Probleme hatte. Eine Kollegin sagte zu mir: Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie groß sind Flügel. Auch ein bekanntes Zitat. Unsere Tochter kam zurück, nachdem sie ausgeflogen war und darüber sind wir sehr froh. Aber sie ist eigenständig und das ist gut so. Danke für deinen heutigen Post! Martina

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  2. Hallo Jutta,
    dies ist aus beruflicher Sicht in unserer Familie höchst ungleich verteilt. Ich selbst habe BWL studiert, meine Frau hat Bürokauffrau gelernt. Die große Tochter studiert Medizin, unser Sohn hat zuletzt seine Ausbildung als Metallbauer abgeschlossen. Hatte versucht, unserer Tochter ein BWL-Studium schmackhaft zu machen. Hat aber nicht funktioniert. Damit kann ich gut leben.

    Gruß Dieter

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön