Samstag, 13. September 2014

Gedankensplitter : wenn der Herbst Einzug hält,

dann bin ich zu erst einmal traurig.
Bitte nicht falsch verstehen, 
ich liebe den Herbst, mehr als den Sommer, 
und  genauso liebe ich ihn wie den Frühling !
Aber Herbst vermittelt mir zuerst einmal so sehr
die Endlichkeit des Lebens .
Alles stirbt in der Natur.
Die Bäume verlieren ihr Blätter,
Die Blumen verwelken und die Gräser werden braun und spröde.
Die Felder sind abgeerntet und der Boden erscheint kahl und braun.
Die herrlichen Gesänge der heimischen Singvögel sind verstummt, alles ist so still.
Der Himmel ist sehr oft grau und drückend, die Sonne, das Licht fehlt mir und die frühe Dunkelheit, die von Tag zu Tag zunimmt 
stimmt mich auch nicht gerade fröhlicher.
Dann weiß ich, dass ich mit meinen fast 65 Jahren ebenfalls im Herbst meines Lebens stehe und die Zeit knapp wird.
Dann wird mir bewusst, dass ich nie mehr soviel Zeit wie bisher zur Verfügung haben werde 
und  dass ich lernen muss, besonders sorgsam mit ihr umzugehen !

Aber, und jetzt kommt das große ABER:
Der Herbst hat auch ganz andere Seiten 
und wenn ich mich damit abgefunden habe, dass nun mal diese Jahreszeit am Ball ist, 
dann kann ich auch die Schönheiten des Herbstes erkennen.
Die herrliche Farbenpracht der sich veränderten Blätter.
Die Farbschattierungen der Brauntöne in der Natur.
Die wundersamen, märchenhaft wirkenden Silhouetten von Gebäuden und Bäumen im Schleier des Nebels.
Und das kräftige Piepsen der Spatzen und Meisen, 
als würden sie sagen :
" horch doch, wir sind hier und bleiben hier, in jeder Jahreszeit, freu dich doch über uns, die wir so treu sind und immer bleiben, egal was der Kalender auch anzeigen mag "
Und dann wird mir bewusst,
"Alles hat seine Zeit ":

1  Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
2  geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
3  töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
4  weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
5  Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
6  suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
7  zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
8  lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat 
seine Zeit.
9  Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.
10  Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, daß sie sich damit 
plagen.
11  Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit  in ihr Herz gelegt; nur daß der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.
12  Da merkte ich, daß es nichts Besseres  dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. 
13  Denn der Mensch, der da ißt und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes.
14  Ich merkte, daß alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll.
15  Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.

Aus Der Prediger Salomo (Kohelet), Kapitel 3, die Verse 1 - 15;



Kommentare:

  1. Oh ja, liebe Jutta, der Herbst. Er hat wahrlich seine Tücken und du hast ihn ganz hervorragend beschrieben. Ich gehöre auch zu denjenigen, die immer so ihre Probleme mit dieser Jahreszeit haben. 'Eine falsche Einstellung zum Herbst', sagte meine Nichte, die Heilpraktikerin ist. Ja, recht hat sie mit ihrer Aussage. Und genau dort setzt dann in deinem Post Teil 2 ein, der zeigt, wie schön der Herbst ist. Dann denke ich weiter und freue mich auf kuschlige Abende bei Kerzenschein. Was ich sehr mag sind die herbstlichen Stürme, wenn sie gewillt sind, nicht so stark aufzutreten, dass Bäume entwurzelt werden. Also diese Stürme mag ich nicht, aber die 'normalen', die mag ich. Und dann frage ich mich, ob ich dort leben könnte und möchte, wo es die Jahreszeiten nicht gibt. Und die Antwort weiß ich genau: nein, auf gar keinen Fall, denn ohne den Herbst und den Winter gäbe es ja auch keinen Frühling und das ist meine Lieblingsjahreszeit und die kommt nun mal nicht ohne einen vorangegangenen Herbst und Winter! Einen schönen Abend! Martina

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    1. Liebe Martina,
      wie immer schöne, passende Worte von dir.
      Danke für deine Antwort, schön, dass ich nicht alleine bin mit meiner Einstellung.

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  2. alles hat seine Zeit, nur manchmal nimmt man sich gerade diese nicht..
    tja, wir sind nur Menschen und lassen uns eben auch von Gefühlen und Emotionen leiten - zum Glück, oder?
    Stell dir mal vor wir hätten diese nicht, was wären wir dann noch?
    Ich schick dir liebe Grüße
    Sophie

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Dankeschön