Samstag, 28. Februar 2015

Rituale und andere Macken

Eindeutig, ich bin ein Mensch mit festen Angewohnheiten.
Verbunden mit einem mir eigenen Rhythmus, der sich tagtäglich in meiner kleinen Welt abspielt und der sehr zuverlässig ist !
Mir ist das eigentlich nie so richtig aufgefallen, aber neulich, als ich im Bad war und mit Zähne putzen beschäftigt, merkte ich, dass ich immer die gleichen Bewegungsabläufe habe.
Und nun habe ich mal intensiv darüber nachgedacht.
Schon beim aufstehen am Morgen geht´s los. 
Raus aus den Federn, immer der gleiche Griff zum Vorhang rechts-aufziehen, Raffrollo zur Hälfte öffnen, Fenster kippen...ab in die Küche. Erste Tablette schlucken ( Schildrüsenhormon )
Besuch der Toilette, Jogginghose an und zurück zum Tisch, frühstücken.
Der GÖGA hat wie immer alles liebevoll bereitgestellt.
Anschließend ins Arbeitszimmer, die ersten Kommentare sichten und evtl. gleich einen Post einsetzten.
Im Bad Rollo nach oben, Zähneputzen, immer erst rechts, dann links, dann wieder rechts unten, dann links unten, dann links oben und dann rechts oben. Abschließend eine Allround -Gang einlegen.
Fertig.
Espresso-Zeit: jeden Abend nach dem Essen gehe ich in mein Zimmer, klappe wieder den Laptop auf und dann höre ich schon in der Küche die Kaffeemaschine spektakeln und dann kommt der GÖGA und bringt mir das kleine Tässchen mit einem kleinen Stückchen Schokolade, dem Highlight des Abends :-)
Und dann die Macken:
Wenn mir beim spazieren gehen ein Mensch begegnet, der hustet oder niest, dann halte ich die Luft an, bis ich an ihm vorbei gegangen bin.
Ich kann in der Öffentlichkeit z.B. im Bus, keinen Bonbon, bzw. Kaugummi mit der bloßen Hand nach dem auswickeln nehmen , weil ich Angst habe, ich könnte damit auch Bazillen übertragen...
also immer mit dem Papier haltend in den Mund katapultieren ;-)
Klingt leicht schizophren, ich weiß, ich neige auch zur Hypochondrie, aber so kann ich doch recht gut damit leben.
Sicher würde mir noch mehr einfallen zum Thema, aber ich möchte hier nur mal vor Augen führen, wie uns solche " Dinge " doch beeinflussen können.
Fazit:
Ich glaube, der Mensch braucht Rituale.
Egal ob kleine oder große,
egal ob wichtige oder unwichtige
egal ob sinnige oder unsinnige . . .
Rituale geben uns Sicherheit.
Ich zumindest empfinde ich es für mich so. 
Ich kann mich an ihnen festhalten und sie geben mir das Gefühl, dass alles in bester Ordnung ist, mir passiert nichts weil ich mich an meine eigenen Regeln halte und daher ist es gut.
Aber natürlich kann das auch ein Trugschluss sein, letztendlich entscheiden andere Mächte über das Gelingen eines Tages oder über das Leben an sich !
Aber, ein kleines bisschen Magie liegt schon in einem Ritual, nur ein ganz kleines Bisschen ;-)


Kommentare:

  1. Ich denke, das hat so ziemlich jeder Mensch, und es gibt einem Sicherheit, und auch Geborgenheit. Das brauchen wir doch?
    Liebe Abendgrüße!
    Linda

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  2. In einem Buch habe ich mal gelesen, dass wir es einmal ganz bewusst anders machen sollte, als sonst. Zum Beispiel: Zähneputzen mit der linken Hand. Mach es mal. Du wirst staunen, wie sehr dich das anstrengt und auch deinen Kopf! Ich putze nach dem Versuch allerdings auch wieder mit der rechten Hand. Aber einen Versuch ist es in jedem Fall wert!

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  3. Hallo Jutta,
    Ich bin auch ein Mensch mit vielen Ritualen doch das Zitat:
    "Jeder Mensch hat seine Rituale, doch er sollte sie von Zeit zu Zeit überprüfen."
    hat bestimmt seine Berechtigung. ;-)
    LG und einen angenehmen Wochenbeginn.
    Sadie

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  4. Ganz so fest eingefahren sind meine Rituale nicht. Ich entscheide immer aus dem Bauch heraus, wie rum es geht. Nur im Groben muss die Richtung für den Tag stimmen.
    ... liebevoll den Tisch decken? So einen Mann hätte ich auch gern - souifz - gratuliere.

    Wünsche dir einen schönen Tag

    lG Swan

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön