Donnerstag, 12. März 2015

Einer Katze sagt man sieben Leben nach

wie viele haben wir ?
Na, eines werdet ihr sagen, gut, das ist richtig,
Aber wenn ich so über mein Leben nachdenke werde ich doch nachdenklich.
Ich meine , unser Leben gliedert sich in Lebenspasen, die nicht unterschiedlicher von einander sein könnten.
Mein erstes Leben als Kleinkind und Heranwachsende war geprägt von Geborgenheit und elterlicher Liebe.
Mein zweites Leben als Teenager wurde langsam spannender. 
Der Versuch, sich selbst zu entdecken und die Möglichkeiten auszuloten, die einem als junge Frau so gegeben sind waren weitgreifend und brachten viele Erfahrungen mit sich, sowohl positiver auch als negativer Art.
Das dritte Leben dann als junge Ehefrau und Mutter.
Wieder erlebte ich neue Gefühle.
Wurde ernster, erfahrener und härter.
Die Geburt der ersten Tochter, das leben mit einem Wesen, dass total abhängig ist von einem, die Verantwortung, natürlich auch das große Glück damit, das alles brachte neue Erfahrungen und Gefühle.
Die Ehe zerbrach und nach sieben Jahren begann wieder ein neues Leben.
Das vierte Leben als alleinerziehende Mutter und Single.
Ein Lebensgefühl ganz anderer Art.
Irgendwie war das jedoch nicht mein wahres Leben, ich kam mir fremd darin vor und konnte mit der neugewonnenen Freiheit, außer ein paar bitterer Erfahrungen im Zwischenmenschlichen Bereich nichts dazu zu gewinnen.
Das fünfte  Leben dann war wieder geprägt von Familie, einer neuen Familie mit einem neuen Papa für das erste Kind und dann schließlich auch für ein Zweites.
Ich erlebte ein angenehmes Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, so wie damals als Kind. Es war eine schöne Zeit. Anfangs.
Meine geliebten Eltern starben kurz hintereinander, ein schwerer Verlust, ich vermisse sie noch heute.
Und alles war wieder ganz neu.
Denn langsam, ganz langsam,  begann ich eine eigene Gefühlswelt aufzubauen, die von den ersten vier Leben enorm abwich.
Negative persönliche Störungen meiner Seele  legten sich wie ein dunkler Schatten auf mein Leben, bemerkt nur von mir selbst.
Die Umwelt bekam nur wenig davon mit, ich hatte mich gut in der Gewalt.
Als die 2. Tochter auch aus dem Haus war, kam es zu einem Aufschrei meiner Seele.
Ich war mir nicht mehr sicher, ob mein Leben so war, wie ich es leben wollte.
Ich habe viel gelesen, mit verschiedenen Therapeuten gesprochen und kam letztendlich zu dem Schluss, dass nur ich alleine meine Seele wieder heilen kann.
Und nun bin ich in meinem sechsten Leben angelangt. Und versuche damit klar zu kommen.
Es fällt mir immer noch nicht leicht.
Zufälligerweise ist das nun auch mein Leben als und mit einem Rentner.
Ein total neuer Lebensabschnitt.
Wieder fremd für mich und ich weiß nicht, wohin mich dieses Leben noch führen wird.
Wie viele neue Leben noch möglich sind und was ich daraus noch lernen werde.
Eines jedoch weiß ich,
auch wenn ich hin und wieder in alte muster verfalle, ich weiß mittlerweile, wie ich mich an meinem eigenen Haaren wieder aus dem sumpf ziehen kann und hoffe nur eines,
dass mir die Gesundheit dazu weitgehend erhalten bleibt.

In welchem Leben seit ihr bisher angekommen ?








Kommentare:

  1. Oh, Jutta, da servierst du uns ja wieder einen 'harten Brocken', über den ich in jedem Fall noch nachdenken werde. Gerade letztens dachte ich darüber nach, dass sich unsere Seele eine Weile still verhält, auch wenn wir mal einen falschen Weg einschlagen. Aber eben nur bis zu einem bestimmtem Moment. Dann weist sie uns darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Oft sind es dann Erkrankungen, die plötzlich auftauchen und uns zum Nachdenken zwingen. - In welchem Leben ich bin? Weiß ich nicht zu beantworten im Moment. Natürlich gab es auch verschiedene Lebensstationen, doch immer waren Menschen da, die mir sehr wichtig waren und auch nach dem Tod wichtig geblieben sind und immer war alles gut, so wie es war. Natürlich gab es schwierige Zeiten, doch ich hatte nie das Gefühl, sie alleine meistern zu müssen. Dafür bin ich sehr dankbar und irgendwie glaube ich, ich hatte und habe nur dieses eine Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten, doch es waren keine so tiefgreifenden Einschnitte, dass ich sie jeweils als ein eigenes Leben ansehen möchte!
    Danke für deine Gedanken und diesen Post! Martina

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  2. Ich bin auch gerade in dem Leben, wo die Kinder nach und nach das Haus verlassen, und wo sich alles dadurch für mich persönlich auch verändert.
    Gerade wir Frauen und Mütter haben es da doch viel schwerer als der Mann, der immer schon zur Arbeit ging, während wir für die Familie da waren.
    Ich suche auch gerade das neue Leben, bzw. versuche, es mir zu meinem zu machen. Aber leicht ist anders.
    Liebe Grüße!
    Linda

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  3. Mir sind mehrere Leben geschenkt worden, indem ich Unfällen entkommen bin, überlebt habe ...
    Alle sieben Jahre erneuert sich quasi der Mensch und die verschiedenen Abschnitte gehören zur Entwicklung des Menschen dazu. Ich würde es für mich nicht als ständig neues Leben betrachten, sondern als Eintritt in eine neue/andere Reifestufe.
    Ich wünsche dir Zufriedenheit und dass du so in dir ankommst, dass du immer mit allem, was auf die zukommt, zurechtkommst. Es bewältigen kannst. Ohne das Gefühl, ein Leben verloren zu haben.

    Liebe Wochenendgrüße von Swan

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  4. Mein Leben ist, wenn ich das einmal vorsichtig ausdrücken darf, ein großer Lernprozess gewesen und wird es auch weiter sein.
    Ich habe viele Stationen durchlaufen und bin im Herzen immer Kind geblieben. Habe mir meine Neugier bewahrt und sie bewahrt mich davor , mich alt und nutzlos zu fühlen. Auch mir sind mehrere Leben geschenkt worden und ich habe Ärzte zum Staunen gebracht. Als Kind habe ich bereits erkennen dürfen dass Gott nicht in der Kirche wohnt. Das war mein erstes ganz großes Erlebnis mit meinem Schöpfer Gott Liebe der mich durch viele Lebenssituationen getragen hat.
    Es ist wundervoll unser Leben mit all seinen Höhen und Tiefen .....

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön