Sonntag, 28. August 2016

Tag ein Tag aus

... konnte ich von meinem Küche aus einen Mann beobachten.
Einen älteren Mann, der fast bei jedem Wetter ( auf einem der Balkon dort drüben im Hochhaus ) saß und einfach nur schaute.

Fast jeden Tag verteilte er Wäsche 
auf einem Wäscheständer. Manchmal ging er einkaufen, zum nahen Supermarkt und kam dann mit einer kleinen Tüte wieder zurück. Spazierte ich mit meinem Hund beim Gassigehen vorbei und blickte hinauf, grüßte er .
Es kam auch vor, dass er plötzlich laut schimpfte und anscheinend mit einer fiktiven Person in seinem Zimmer sprach. Nie hatte man da einen anderen Mensche gesehen
Und dann,von Heute auf Morgen blieb der Balkon lehr.
Die Türe geschlossen.
Und von da an wurde er nicht mehr gesehen.
Irgendwie fehlt mir der vertraute Anblick, den ich seit über 5 Jahren, seit unserem Einzug hier gewöhnt bin.
Was mag da passiert sein, wo ist er jetzt ?

Ich muss dazu sagen, dass sich in diesem Häuserblock nur Einzimmer-Appartements befinden, die überwiegend von Studenten und sonstigen, hier kurz verweilenden Menschen bezogen werden und es einen laufenden Wechsel der Mieter gibt.
immer wieder stehen kleine Transporter vor der Haustüre und man weiß dann, aha, da wird wieder gewechselt.
Nur von ihm, dem Einsamen bekam ich nichts mit, er ist einfach weg.






Kommentare:

  1. Liebe Jutta,
    in der Anonymität der Stadt hat man kaum die Möglichkeit
    sich mit Leuten zu unterhalten, die sich zurückziehen. Dass
    der tägliche Anblick vertraut war und jetzt ist da nichts mehr,
    kann ich mir schon vorstellen, dass man sich darüber Gedanken macht,
    was wohl aus diesem Mann geworden ist, zumal man älter wird und das von vielen Aspekten sieht.

    Wünsche dir einen fröhlichen, sonnigen Tag.
    Lg Sadie

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  2. Eine rührende Geschichte....
    Wäre es nicht mal gut an der Türe zu klingel oder nachzusehen ob da wirklich jemand anderes wohnt? Vielleicht ging es ihm schlecht und er liegt krank danieder oder Schlimmeres und keiner kümmert sich....
    Es gibt so viele Möglichkeiten...

    Nur ein Gedanke der mir gleich in den Kopf kam....
    Liebe Grüße
    Monika*

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  3. Liebe Jutta, eine Geschichte die mich mal wieder zum Nachdenken bringt.
    So viele alte Menschen sind alleine und haben niemande. Es ist wirklich traurig.

    Ganz liebe Grüße
    Ines

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  4. Liebe Jutta,
    eine berührende Geschichte. Was mag passiert sein?
    Man kann in diesen Hochhäusern so einsam sein. Und
    es fällt keinem auf, wenn jemand plötzlich nicht mehr da ist.
    Einen schönen Sonntag wünscht
    Irmi

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  5. Ja, wenn Menschen plötzlich verschwinden, die lange im Blickfeld des Alltags waren, macht man sich manchmal so seine Gedanken.
    Liebe Grüße zu dir!

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  6. Ich habe eine asiatische Familie gegenueber wohnen, friend Jutta ... sie haben ein kleines Maedchen und nun ein neues Baby ... so suess ... wir winken uns immer mal zu, und ich zeige ihnen Theo, meinen Kater ... Love, cat.

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  7. Moin Jutta!
    Es kann ja sein, dass seine Frau verstorben ist. Viele Menschen empfinden noch die Nähe des geliebten Partners und reden dann mit ihm. Da musste er sich ab und an Luft machen, weil sie ihn verlassen hat oder ihm nicht erklärt, dass man rote Socken nicht mit der Unterwäsche zusammen wäscht. Vielleicht ist er in einem Heim, weil er nciht mehr allein leben konnte?

    LG Alison

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Falls euch dazu was einfällt, ich würde mich über eure Ansichten dazu freuen.
Dankeschön